Welcher Typ von Leser sind Sie?
Es gibt vier unterschiedliche Typen von Lesern. Diese wollen wir Ihnen hier und heute näher vorstellen.
Vielleicht können Sie sich ja mit Ihrem persönlichem Leseverhalten in einem dieser Typen wiedererkennen.
Der selektive Leser: Auf der Jagd nach einer ganz bestimmten Information!
Der erst Typ eines Lesers, die wir Ihnen heute vorstellen, ist der
„selektive Leser“. Ein selektiver Leser ist auf der Suche nach einer
ganz bestimmten Information.
Er sucht zum Beispiel nach Informationen zum Lernen von brasilianischem
Portugiesisch. Bei seiner Suche nach diesen Informationen überfliegt er
Sprachlehrwerke, Nachschlagewerke zur Grammatik des Portugiesischen,
Wörterbücher und Webseiten.
All diese Quellen überfliegt er aber nur – und das so lange, bis er auf
bestimmte Stichwörter trifft, die er für relevant für seine Suche hält.
Begriffe wie „europäisches Portugiesisch“ wird er bei seiner Suche
ausblenden. Trifft er aber auf ein Schlagwort wie „brasilianische
Variante des Portugiesischen“ wird er aufmerksam und sieht sich die
betreffende Stelle näher an.
Der globale Leser: Bloß nicht den Überblick verlieren!
Der globale Leser möchte einen Gesamteindruck von dem Text bekommen, mit dem er sich gerade beschäftigt.
Ein globaler Leser nimmt zum Beispiel – ehe er einen neuen Roman liest –
diesen zunächst in die Hand und schaut sich den Klappentext näher an.
Dann liest er den ersten Absatz des Romans und vielleicht auch den
letzten.
Bei dieser Methode treibt ihn die Frage an „Worum geht es hier
eigentlich?“. Ihn interessiert eine blitzschnelle Zusammenfassung
dessen, was in dieser Geschichte passieren wird.
Wenn er es weiß, widmet er sich danach dem ganzen Text oder Roman.
Der sortierende Leser: Trenne das Wichtige vom Unwichtigen!
Wenn Sie zur Gattung des „sortierenden Lesers“ zählen, dann versuchen
Sie bei jedem Text, den Sie lesen das Wichtige vom Unwichtigen zu
trennen.
Sortierende Leser streichen sich zum Beispiel gerne Textstellen an, die
sie für wesentlich halten. Einen sortierenden Leser kann man also gut
daran erkennen, dass mit einem Stift oder Textmarker in der einen Hand
und dem Text in der anderen liest.
Der detaillierte Leser: Ich will es ganz genau wissen!
Der detaillierte Leser möchte es ganz genau wissen: Er will den Text,
den er gerade bearbeitet, von Grund auf verstehen. Er achtet auf jede
Kleinigkeit und jedes Detail.
Bei dieser kleinteiligen Arbeit braucht er in der Regel länger, um einen Text ganz durchzuarbeiten.
Manchmal fällt es detaillierten Lesern schwer, einen gelesenen Text auf
den Punkt zu bringen oder schnell zusammenzufassen, denn sie haben sich
zu intensiv mit den Einzelheiten befasst.
Nun fragen Sie sich aber bestimmt, wie man diese Leser-Theorien mit dem Lernen einer Fremdsprache in Zusammenhang bringen kann:
Welcher Typ von Lesern punktet beim Fremdsprachenlernen?

Beim Lesen und Lernen von und mit fremdsprachlichen Texten bringen ganz
unterschiedliche Fähigkeiten ganz unterschiedliche Vorteile für den
Lernprozess.
Idealerweise verfügen Sie als Lerner über die Fähigkeit, von einem Lesertypus zum anderen zu wechseln.
Zu Beginn Ihrer Arbeit mit einem fremdsprachlichen Text sollten Sie
prüfen, ob Sie mit diesem Text überhaupt Informationen bekommen können,
die Sie interessieren. Wenn Sie daran gehen einen längeren Text zu
lesen, der Ihren Interessen und Neigungen nicht entspricht, werden nicht
motiviert sein und es wird Ihnen schwer fallen bei der Sache zu
bleiben. In einem ersten Schritt sollten Sie also Eigenschaften des
selektiven Lesers an den Tag legen und nur lesen, was Ihnen gefällt!
Wenn Sie sich dann für einen Text (ganz egal, ob das ein Roman, ein
Gedicht oder ein Artikel aus einer Sportzeitung ist) entschieden haben,
dann sollten Sie sich zunächst einen groben Überblick verschaffen.
Stellen Sie sich die Frage: Worum geht es hier eigentlich? Mit dieser
Frage eichen Sie Ihr Gehirn auf einen bestimmten Themenbereich. So
erleichtern Sie es Ihren grauen Zellen den neuen Wortschatz, den Sie in
diesem Text lernen werden, strukturiert aufzunehmen und erfolgreich zu
speichern.
Wenn Sie in diesem zweiten Schritt also auf die Fähigkeiten und
Vorlieben eines globalen Lesers zugreifen, behalten Sie beim Lesen stets
den Überblick.
In einem dritten Schritt sollten Sie dann untersuchen welche wichtigen
und unwichtigen Informationen Ihnen dieser Text bietet. Wenn Sie sich
nun als sortierender Leser an den Text heranmachen, bekommen Sie schnell
Struktur in die neuen Informationen.
Und zum Schluss genießen Sie als detaillierter Leser nochmal die
Stellen, die Ihr Interesse ganz besonders auf sich gezogen haben und
schlagen vielleicht alle neuen Wörter noch einmal in einem Wörterbuch
nach.
Auf diese Weise profitieren Sie am meisten von einem Text.

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